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Investitionen in Immobilien Für Die Gründung Von Unternehmen Im Nordosten Brasiliens September/2008
Karin E. de Azevedo Sodré (verantwortliche Rechtsanwältin für die Immobilienabteilung bei SNA/RJ)
Die Nachfrage nach Immobilien im Nordosten des Landes ist zur Zeit erheblich angestiegen. Der Kauf und Verkauf von Liegenschaften grösseren Ausmasses, und zwar sowohl in landwirtschaftlichen als auch in städtischen Gebieten, befindet sich in einer Expansionsphase, insbesondere wenn das Ziel ist, Unternehmen der Torurismusbranche wie z.B. Resorts, Wohnanlagen oder Hotels zu errichten.
Was jedoch nur wenige wissen, wenn sie die Entscheidung treffen, in Brasilien zu investieren, ist die Tatsache, dass gewisse Vorkehrungen zu treffen sind, um zu gewährleisten, dass ein vielversprechendes Projekt nicht mit unkalkulierbaren Verlusten endet.
Zunächst einmal ist es unerlässlich, die legale Situation, in der sich das Gebiet befindet, eingehend zu überprüfen. Dabei sollte der Erwerb von Grundstücken, die in Besitz genommen wurden oder dem Erbrecht unterliegen, tunlichst vermieden werden, zumal derartige Rechtsansprüche nicht zu den notwendigen Lizenzen berechtigen, die für eine Bebauung erforderlich sind. Als erste Massnahme erweist es sich als notwendig, das zuständige Grundbuchamt zu konsultieren, damit das Eigentumsrecht der Liegenschaft bestätigt werden kann. Danach ist sowohl eine Überprüfung der steuerlichen Situation des Grundstücks bei der Präfektur (oder im Falle von landwirtschaftlichen Gebieten bei der INCRA) und beim SPU unerlässlich und darüber hinaus ist eine Ermittlung Teil der due diligence der Immobilie, ob gegen den Besitzer Vollstreckungen bei den verschiedenen Gerichtsbezirken vorliegen, an denen er seinen Wohnsitz hat oder Geschäfte unterhält.
Nachdem die legale Situation der Liegenschaft für ordnungsgemäss befunden wurde, ist die Vereinbarkeit des jeweiligen Gebiets mit dem geplanten Projekt zu überprüfen. Zunächst muss ein Topograf beauftragt werden, das Gebiet genau zu vermessen, wobei das Ergebnis mit den Abmessungen verglichen werden sollte, die im Grundbuchamt festgehalten sind. Es kommt häufig vor, dass die Ausdehnungen von Immobilien mit Dünen und Flüssen oder einer Lage direkt am Meer im Laufe der Zeit abgeändert werden. Danach sollte ein ortsansässiger Ingenieur zu Rate gezogen werden, der bei den zuständigen Behörden überprüfen wird, ob das vorgesehene Projekt an dem vorgesehenen Ort gebaut werden kann.
Ausserdem ist festzustellen, ob die Liegenschaft sich in einem Umweltschutzgebiet (APA – área de proteção ambiental) befindet oder in einem Gebiet, das aufgrund des Umweltschutzes gar nicht oder nur begrenzt genutzt werden kann. Dies ist für den Erhalt einer zukünftigen Umweltschutzlizenz von grösster Wichtigkeit.
Darüber hinaus sollten die Investoren sich vergewissern, dass keine Enteignungsprozesse anhängig sind, in die das Grundstück verwickelt ist (z.B. beim Bau von Häfen bzw. Flughäfen in der Umgebung). Grundsätzlich gehört eine derartige Überprüfung nicht zur üblichen due diligence einer Liegenschaft, da hierbei zeitliche Faktoren und häufig auch begrenzte finanzielle Mittel eine Rolle spielen, sie sollte jedoch in Fällen von Unternehmen grösseren finanziellen Umfangs unbedingt berücksichtigt werden.
Abschliessend soll darauf hingewiesen werden, dass die Chancen grösser sind, Steuerbegünstigungen für ein Projekt von den lokalen Behörden zu erzielen, wenn das Gebiet aufgrund seiner Entwicklung und Struktur als prekär einzustufen ist. |
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